Schimmel im Haus erkennen und beseitigen – Ursachen, Risiken und effektive Maßnahmen

Schimmel im Haus erkennen und beseitigen
Inhaltsverzeichnis

Schimmel im Haus ist ein weit verbreitetes Problem, das nicht nur die Bausubstanz beschädigt, sondern auch die Gesundheit gefährdet. Ob in der Mietwohnung, im Eigenheim oder im Altbau – Schimmel tritt häufig dort auf, wo Feuchtigkeit auf unzureichende Belüftung trifft. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Schimmel im Haus erkennen, welche Ursachen dahinterstecken, welche Risiken bestehen und welche Maßnahmen wirklich helfen, um Schimmel nachhaltig zu beseitigen und vorzubeugen.


1. Schimmel im Haus erkennen – typische Anzeichen

Die frühzeitige Erkennung von Schimmel ist entscheidend, um größere Schäden zu vermeiden. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  • Dunkle Flecken an Wänden, Decken oder hinter Möbeln (oft grünlich, schwarz oder bräunlich)

  • Muffiger Geruch – besonders in schlecht belüfteten Räumen wie Kellern oder Bädern

  • Abblätternde Tapeten oder feuchte Wandstellen

  • Kondenswasser an Fenstern oder kalten Wandflächen

Tipp: Schimmel bildet sich oft an sogenannten Wärmebrücken, also Stellen, an denen Wärme ungleichmäßig abgeleitet wird – z. B. in Zimmerecken, Fensterlaibungen oder hinter großen Möbelstücken an Außenwänden.


2. Ursachen für Schimmelbildung in Wohnräumen

Um Schimmel im Haus dauerhaft zu vermeiden, ist es wichtig, die Ursachen zu verstehen. Die häufigsten Gründe sind:

a) Zu hohe Luftfeuchtigkeit

Feuchtigkeit entsteht durch alltägliche Tätigkeiten wie Duschen, Kochen, Wäsche trocknen oder sogar durch das Atmen. Wird die Luftfeuchtigkeit nicht abgeführt, kondensiert sie an kalten Flächen – der ideale Nährboden für Schimmel.

b) Unzureichende Belüftung

Besonders in modernen, stark gedämmten Gebäuden ist ein regelmäßiger Luftaustausch essenziell. Ohne ausreichendes Lüften staut sich Feuchtigkeit in den Innenräumen.

c) Baumängel oder Bauschäden

Dazu zählen:

  • Undichte Dächer oder Fenster

  • Risse im Mauerwerk

  • Aufsteigende Feuchtigkeit im Keller

  • Schlechte oder fehlende Wärmedämmung

d) Falsches Heizverhalten

Wer Räume zu selten oder ungleichmäßig beheizt, begünstigt Kondenswasserbildung an kalten Wänden.


3. Gesundheitsrisiken durch Schimmel

Schimmelpilze setzen Sporen frei, die insbesondere bei empfindlichen Personen gesundheitliche Beschwerden verursachen können:

  • Atemwegsprobleme, Husten, Asthmaanfälle

  • Allergische Reaktionen, Hautausschläge

  • Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit

  • Gefahr für Immunschwache, Kinder und Senioren

Bei längerem Aufenthalt in von Schimmel befallenen Räumen besteht ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit. Deshalb sollten selbst kleinere Schimmelflächen nicht ignoriert werden.


4. Schimmel professionell beseitigen – was hilft wirklich?

Nicht jeder Schimmelbefall erfordert gleich eine Komplettsanierung. Dennoch ist es wichtig, gründlich und zielgerichtet vorzugehen.

a) Kleine Schimmelstellen selbst entfernen

  • Flächen bis ca. 0,5 m² können in der Regel selbst behandelt werden

  • Verwenden Sie alkoholhaltige Reinigungsmittel (mind. 70 % Isopropanol)

  • Tragen Sie Schutzhandschuhe und Atemschutz

  • Entfernen Sie ggf. Tapeten oder Silikonfugen vollständig

Achtung: Essig ist nicht geeignet für mineralische Untergründe – er kann das Pilzwachstum sogar fördern.

b) Bei großflächigem Befall: Fachfirma beauftragen

Wenn ganze Wandflächen, Decken oder Kellerbereiche betroffen sind, sollten Sie unbedingt ein fachkundiges Sanierungsunternehmen beauftragen. Dieses kann nicht nur den sichtbaren Schimmel entfernen, sondern auch die Feuchtigkeitsursache ermitteln und dauerhaft beseitigen.


5. Schimmel effektiv vorbeugen – diese Maßnahmen helfen langfristig

1. Richtig lüften

  • Stoßlüften statt Kipplüften: 3–4× täglich alle Fenster für 5–10 Minuten weit öffnen

  • Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Schlafen lüften

  • Im Sommer auch nachts lüften, wenn es draußen kühler ist

2. Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit kontrollieren

  • Ideale Raumtemperatur: 19–22 °C

  • Luftfeuchtigkeit: nicht über 60 % (im Keller max. 50 %)

  • Ein Hygrometer hilft zur dauerhaften Kontrolle

3. Möbel richtig platzieren

  • Mind. 5–10 cm Abstand zur Außenwand lassen

  • Große Möbel nicht direkt an kalte Wände stellen

4. Dämmung und Abdichtung prüfen

  • Schlecht gedämmte Häuser oder Altbauten sind besonders anfällig

  • Lassen Sie ggf. Fassade, Fenster und Keller abdichten

  • Bei Neubauten: Auf kontrollierte Wohnraumlüftung achten


6. Schimmel bei Immobilienverkauf oder -kauf – ein kritischer Faktor

Beim Verkauf einer Immobilie ist Schimmel ein versteckter Mangel, der deklariert werden muss. Wer ihn verschweigt, riskiert Gewährleistungsansprüche bis hin zur Rückabwicklung des Kaufvertrags.

Tipp für Käufer:

Achten Sie bei der Besichtigung auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Schimmel und lassen Sie bei Verdacht ggf. ein Gutachten zur Bausubstanz erstellen.


Fazit: Schimmel im Haus ist vermeidbar

Schimmel ist mehr als nur ein Schönheitsproblem – er schädigt Gebäude, mindert den Immobilienwert und gefährdet Ihre Gesundheit. Mit der richtigen Kombination aus Ursachenbekämpfung, professioneller Beseitigung und vorbeugenden Maßnahmen können Sie Ihr Zuhause langfristig schimmelfrei halten.

Weitere Blogartikel